Adé

© hpkluge 2019

naht ihr euch wieder,

lächelnd herzelnde mördergestalten?

menschelnd, gütig umarmend

den dolch im gewande

das gift hinter den augen

sanft schwingende stimmen

zu falschem zungenschlag

handschlag überm verborgenen graben

ein zug, ein ruck und ohweh

jedes wort tut euch weh

wenn nicht dann eben verdreh und verdreh

gnadenlos unbarmherzig fanatische

fälscher, fußspitzentanzende lügner seid ihr

ade, ihr sanftmütigen meuchler, ade!

Wieder mal Gedanken machen müssen

© hpkluge 2019

Blechmusik, Wimpel, hopsassa,

der Wahnsinn lacht, war niemals in Gefahr

so voller Ernst, Entschlossenheit kommt er mancherorts daher,

kündet von Glückseligkeit, heiliger Wiederkehr.

Die Mumie grinst, es staubt von ihren Knochen

mit jedem gleichen Schritt ein wenig mehr.

Aus dem Totenreich die Zukunft holen

läßt nur Maden hoffnungsvoll frohlocken

Die Blähungen des Nichts knattern stinkend durch das Land

zu großen Gesten, schmierenkomödiantisch

Lippen flattern wie die Haut am Arsche,

wenn da explosiv Methan entweicht.

Es ist der Hass der „Guten“ auf das eigne Land, das eigne Volk,

jene fingerzeigende Scham über die Geschichte,

der hasserfüllte Trotz, unschuldig sein zu wollen,

bis in alle Vergangenheit, sterilisiert wie mit Sagrotan

tabula rasa für immer, für die Ewigkeit, nur gut nur rein…

Es ist die Lüge, die Charakterlosigkeit, sich mit Fanatismus freikaufen zu wollen,

die dem Fäkal die Tore öffnet,

statt ihm gelassen, im Chor schallend lachend

die Hose auszuziehen und all dessen erhoffte Macht

zu wahrem Nichts schrumpeln zu sehn.

Nachsatz:

Europa sollte nicht als weisses Hemd

von den Selbstekelnden missbraucht und geschändet werden

als ein Symbol, um sich wieder zu verstecken,

so wie es viele der, von ihnen verhassten Vorderen hinter dem Hakenkreuz getan!