Antagonia.

eine Skizze

© hpkluge 2019

Eingang:

Ein modriges Stück Holz taucht von Gasblasen aus dem Schlamm gelockert und gedrängt zur braungraugrünen Oberfläche des stehenden Gewässers hinauf…
Nach einer kurzen Weile wird es wieder hinabsinken zum Grund,
bis es selbst zu Schlamm zersetzt, selbst Schlamm geworden ist.
Wieso es beachten?
Solang es aber an der Oberfläche treibt, ist es da und zieht den Blick auf sich.
Wird das Auge abgelenkt und kehrt zurück,
ist ihm das Stück vielleicht entschwunden, versunken,
doch taucht es von Zeit zu Zeit, eine Weile lang
immer mal wieder noch in der Erinnerung auf.

Die Bühne:

Er sei jemand, der sich an große Männer hänge,
wußte sie, sich professionell gebend,
mit gehobenen Brauen zu analysieren,
dabei jedoch verräterisch über den eigenen Schatten stolpernd,
sich zwar inspirierend gebärdend, kreativ ablenkend, den Infusionstropf
der Alimentation durch den verbergend, den sie zum Mann nahm,
um ihm, durch ihn versorgt, allerlei Gehörn auf zu setzen
ihn in kalter Ichbezogenheit zum erfrierenden Beweis,
zur Skulptur der Notwendigkeit ihres Selbsterfüllungsselbstbetrugs
zu exhibitionieren…
Narcissus wies wahre Liebe von sich, ertrank in verblendeter Liebe zum eigenen Spiegelbild im Wasser…
was aber ist dem, der sich nicht einmal selbst lieben kann?
Er, den sie beschämen, herabwürdigen wollte wünscht ihr,
dass der Mann, dem sie sich angehängt hat, nicht die Kraft verliert
und sie vor dem lockenden Taumel beim Blick vom Turm bewahrt!


Veröffentlicht von

hpkluge

Geboren Anfang der 1950iger Jahre, Volksschule, Realschule, konfessionelles Gymnasium, Studium englische Sprache, Literatur, Amerikanistik, Kunst. Abbruch des Studiums nach Auseinandersetzung mit Kunstdozenten und der Weigerung, sich für den Vorwurf dessen ständiger Abwesenheit und Nichterbringung seiner Aufgabe als Lehrender zu entschuldigen. Erste Gedichte, Kurzgeschichten und Liederexte, Songtexte für Solovorträge oder als Sänger einer Hardrockformation. Beteiligung an Gemeinschaftsausstellungen und Einzelausstellungen. Mitbegründer der Essener Künstlergruppe Stadtgas. Anstellung als Krankenpflegehelfer in der Psychiatrie des LVR in Essen. Heirat, Familiengründung. Wechsel in den Vertrieb, Projektmanager für Verwaltungseinrichtung und Innenausbau. Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung, Prokura, eines mittelständischen Herstellers. Selbstständiger Berater innerhalb der Branche und Personaltraining für Beratung, Verkauf und Dienstleistung in der Gesundheitsbranche. immer wieder sporadisch oder durchgängig künstlerisch tätig u.a. Mitglied einer Künstlergruppe in Westfalen. Nach einer Serie lebensbedrohlicher Erkrankungen Ausstieg aus dem Berufsleben und Rückbesinnung auf den Beginn und die brachliegenden, liegengelassenen Talente. Seit nunmehr etwa drei Jahren Arbeit an kurzen Kurzgeschichten "shortcutstories" ©, Prosagedichten (Poemen) und lyrischen Arbeiten in deutscher und englischer Sprache.

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