Vorwort zu meinen „Krimis“

© hpkluge 2018

Was, wenn man gar keinen Krimi schreiben will, sondern nur eine Geschichte erzählen möchte, die aus einer Laune heraus beginnt und sich, von Höxken auf Stücksken springend, von selbst weiter spinnt, munter aus einer Quelle sprudelt, seltsame Wendungen nimmt und einen Weg beschreibt, der für einen überraschend verläuft, bei dem man sich selbst rückblickend die Frage stellt, wie es dazu hat kommen können, was einen da wohl geritten haben mag. Wenn irgendwann die Ahnung bestimmt, dass der Augenblick für den letzten Satz und den Punkt hinter dem letzten Wort gekommen ist, und sich das Gefühl einstellt, etwas fertig gestellt zu haben, kommt das Staunen und zum erstenmal liest man selbst, was da zustande gekommen ist und dann noch einmal und nochmal, in begierigem Verlangen zu verstehen. Manchmal senkt sich der Daumen, wandelt sich Hochgefühl in die Einsicht: Nee, gefällt mir nicht, passt nicht. Da hilft nur Löschen, Platz schaffen für ein freies: „Auf ein Neues“! Vergeudete Zeit? Keineswegs, denn, was einem selbst nicht gefällt und überzeugt, hat vor anderen Augen nichts verloren, sollte niemandem die Zeit fürs Lesen stehlen. Ob es ein Krimi ist, der am Ende heraus gekommen ist, kann sein, wenn nicht? Auch gut, solange ein Rätsel da steht, das gelöst sein kann, auch wenn es „nur“ weitere Fragen stellt. Antworten zu geben überlasse ich denen, die keine Fragen haben oder ertragen. Das ist dann fragwürdig genug! Weder sollte man Angst vor sich selbst haben noch anderen Menschen Angst machen wollen oder behaupten, dass sie keine Angst haben müssen. Angst ist okay und wer lernt mit ihr klar zu kommen versteht…


Veröffentlicht von

hpkluge

Geboren Anfang der 1950iger Jahre, Volksschule, Realschule, konfessionelles Gymnasium, Studium englische Sprache, Literatur, Amerikanistik, Kunst. Abbruch des Studiums nach Auseinandersetzung mit Kunstdozenten und der Weigerung, sich für den Vorwurf dessen ständiger Abwesenheit und Nichterbringung seiner Aufgabe als Lehrender zu entschuldigen. Erste Gedichte, Kurzgeschichten und Liederexte, Songtexte für Solovorträge oder als Sänger einer Hardrockformation. Beteiligung an Gemeinschaftsausstellungen und Einzelausstellungen. Mitbegründer der Essener Künstlergruppe Stadtgas. Anstellung als Krankenpflegehelfer in der Psychiatrie des LVR in Essen. Heirat, Familiengründung. Wechsel in den Vertrieb, Projektmanager für Verwaltungseinrichtung und Innenausbau. Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung, Prokura, eines mittelständischen Herstellers. Selbstständiger Berater innerhalb der Branche und Personaltraining für Beratung, Verkauf und Dienstleistung in der Gesundheitsbranche. immer wieder sporadisch oder durchgängig künstlerisch tätig u.a. Mitglied einer Künstlergruppe in Westfalen. Nach einer Serie lebensbedrohlicher Erkrankungen Ausstieg aus dem Berufsleben und Rückbesinnung auf den Beginn und die brachliegenden, liegengelassenen Talente. Seit nunmehr etwa drei Jahren Arbeit an kurzen Kurzgeschichten "shortcutstories" ©, Prosagedichten (Poemen) und lyrischen Arbeiten in deutscher und englischer Sprache.

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